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http://www.taz.de/Brand-auf-Atom-U-Boot-in-Nordeuropa-/!87880/
taz, 16.2.12
Brand auf Atom-U-Boot in Nordeuropa
Tschernobyl unter Wasser war möglich
Russland stand infolge eines Brandes auf einem U-Boot offenbar kurz vor
einem atomaren Unfall. An Bord befanden sich Raketen mit
Nuklearsprengköpfen.
von Reinhard Wolff
Russland und Nordeuropa sind Ende Dezember nur ganz knapp an einer
nuklearen Katastrophe vorbeigeschrammt. Zwei Tage vor Silvester war auf
dem russischen Atom-U-Boot "Jekaterinburg" ein Feuer ausgebrochen.
Das U-Boot befand sich zur Reparatur in einem Trockendock nahe der Stadt
Murmansk auf der Halbinsel Kola. Erst nachdem Löschkräfte das Boot
teilweise im Wasser versenkt hatten, konnte der Brand unter Kontrolle
gebracht werden.
Die russischen Behörden hatten zunächst verkündet, dass für die Umwelt
"keine Gefahr" bestand. Zum Zeitpunkt des Brandes seien die Reaktoren
abgestellt gewesen und es hätten sich auch keine Nuklearwaffen an Bord
befunden. Doch das ist offenbar nur die halbe Wahrheit. Anfang der Woche
veröffentlichte das Nachrichtenmagazin Kommersant Vlast Informationen,
wonach sich zum Zeitpunkt des Feuers sehr wohl bis zu 16
Interkontinentalraketen vom Typ R-29RMU2 mit je vier Nuklearsprengköpfen,
zwölf Torpedos und zahlreichen Minen an Bord befanden.
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